Netfox, übernehmen Sie

Märkische Allgemeine Zeitung
19. Juni 2013

Kleinmachnower Unternehmen entwickelt Programme zur Sicherheit von Computern.

Man stelle sich die Intensivstation in einem Krankenhaus vor, auf der unzählige Sensoren am Körper der Patienten hängen. Aber niemand ist da, um die Monitorkurven zu verfolgen und auf blinkende Alarmlampen zu achten. Unvorstellbar? Für die Computersysteme in vielen Unternehmen sieht die Situation genau so aus, sagt Ortwin Wohlrab aus der Geschäftsleitung der Netfox AG. Die Festplatte ist voll und von außen versucht ein fremdes System, in den passwortgeschützten Bereich einzudringen. "All das wird von den Geräten registriert und gemeldet", erklärt Wohlrab.

Aber die Anwender, die ja in der Regel nur die Benutzer- oberfläche ihres Rechners kennen, wissen die Signale oft nicht zu lesen. Eine Antwort auf dieses Problem ist Colan. Das steht für „collect and analyse“, zu Deutsch Sammeln und Analysieren. Das von Netfox entwickelte Programm führt alle sicherheitsrelevanten Informationen zusammen und leitet sie entweder an einen EDV-Experten beim Kundenbetrieb oder direkt an die Netfox-Zentrale in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark).

„Zum Teil können wir die Probleme über Fernwartung beheben, bevor sie der Kunde überhaupt bemerkt hat“, sagt Wohlrab. Bei komplizierteren Fällen fährt ein Techniker zum Kunden. Computersicherheit ist ein wesentliches Geschäftsfeld von Netfox. Dabei geht es zum Beispiel darum, Internet-Seiten sicher zu gestalten und Dateien vor unberechtigten Zugriffen zu schützen. Die Kleinmachnower verwenden dazu Programme, die Dateien mit abgestuften Rechten versehen. Auf der untersten Stufe kann man die Daten nur lesen, auf einer mittleren auch ausdrucken, aber nur auf der höchsten verändern und weiter senden.

„Vielen sind die Gefahren des Internets nicht bewusst“, erklärt Wohlrab. Mitunter würden sensible Informationen als unverschlüsselte E-Mail versendet. Dabei sollte eigentlich bekannt sein, dass E-Mails auf ihrem Weg mehrfach zwischengespeichert werden und dort auch für Außenstehende zugänglich sind. Das Thema Sicherheit werde immer wichtiger. "Vor zehn Jahren war Virenschutz noch nahezu unbekannt“, sagt Wohlrab. Inzwischen ist es eine Selbstverständlichkeit, die benutzten Schutzprogramme regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen. Gleichzeitig wachsen die möglichen Angriffspunkte, etwa dann, wenn Beschäftigte auch von zu Hause per Telearbeit auf den Firmenrechner zugreien. Solche Entwicklungstendenzen erleichtern Angriffe von außen. Oft erfolgen nachts Versuche, durch computergestützten Dauerbeschuss ein Passwort zu knacken. In vielen Fällen steht dahinter klassische Wirtschaftsspionage, so Wohlrab.

Presseartikel MAZ 19.06.2013 - NETFOX entwickelt Programme zur Sicherheit von Computern
Artikel "Netfox, übernehmen Sie", Märkische Allgemeine Zeitung